(Hei­de, 23.11.2021) 

Auf Ein­la­dung des Städ­te­ver­bands Schles­wig-Hol­stein stell­ten die Raf­fi­ne­rie Hei­de und die Ent­wick­lungs­agen­tur Regi­on Hei­de dem Ver­bands­aus­schuss Wirt­schaft und Finan­zen das Reallabor WESTKÜSTE100 vor. Sei­ne ers­te Prä­senz­sit­zung nach coro­nabe­ding­ten vir­tu­el­len Tref­fen hielt der Aus­schuss am 17. Novem­ber 2021 im Hei­der Bür­ger­haus ab. Im Aus­schuss bera­ten sich Mit­glie­der der Rats­ver­samm­lun­gen von Kom­mu­nen aus ganz Schles­wig-Hol­stein sowie ihre Bür­ger­meis­ter und Bür­ger­meis­te­rin­nen und städ­ti­sche Funk­ti­ons­trä­ger über städ­ti­sche The­men. 

Ent­wick­lungs­agen­tur­vor­stand Dirk Bur­meis­ter berich­te­te den Aus­schuss­mit­glie­dern vor dem Hin­ter­grund des Auf­ga­ben­spek­trums der Stadt-Umland-Koope­ra­ti­on den Aus­gangs­punkt für die Ent­wick­lung des Pro­jek­tes WESTKÜSTE100. Bur­meis­ter ord­ne­te das Reallabor in die Pro­jekt­land­schaft der gemein­sa­men Wirt­schafts­för­de­rung der Kreis­stadt Hei­de und der Gemein­den des Amtes Hei­der Umland ein. WESTKÜSTE100 bil­det hier­bei einen zen­tra­len Bestand­teil des Pro­jekt­bau­kas­tens ENTREE100. Als Netz­werk mit rund 100 natio­na­len und inter­na­tio­na­len Part­nern bil­det die­ser das Herz­stück der soge­nann­ten „100er-Serie“ der Ent­wick­lungs­agen­tur. Ver­bin­den­des Ele­ment aller Pro­jek­te und ihrer Part­ner: Die Ent­wick­lung und Rea­li­sie­rung sek­to­ren­über­grei­fen­der Wert­schöp­fungs­ket­ten mit denen die Wen­de hin zur voll­stän­di­gen Strom­ge­win­nung und ‑nut­zung aus rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien gelin­gen soll.

Als ein aus Bun­des­mit­teln geför­der­tes For­schungs­pro­jekt zur Dekarbonisier­ung der Indus­trie geht das Reallabor WESTKÜSTE100 weit über die bis­he­ri­gen Pro­jek­te der Agen­tur hin­aus. Ein wich­ti­ges Ziel des Vor­ha­bens ist der Auf­bau einer regio­na­len Was­ser­stoff­wirt­schaft, was nur durch die Ent­wick­lung von trag­fä­hi­gen Geschäfts­mo­del­len mög­lich ist. Die Ent­wick­lungs­agen­tur Regi­on Hei­de als öffent­li­che Ein­rich­tung steu­ert die­se Ent­wick­lung gemein­sam mit den Pro­jekt­part­nern aus Indus­trie und Wissenschaft.

Dr. San­dra Nie­b­ler, Bereichs­lei­te­rin Com­mer­cial & Eco­no­mics sowie ver­ant­wort­lich für die Ener­gie­wen­de-Pro­jek­te in der Raf­fi­ne­rie Hei­de, stell­te den Aus­schuss­mit­glie­dern die Raf­fi­ne­rie Hei­de vor. Das mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men erwirt­schaf­tet mehr als 1 Mil­li­ar­de Euro Umsatz pro Jahr und ist ein wich­ti­ger Arbeit­ge­ber in der Regi­on. Seit eini­gen Jah­ren enga­giert sich die Raf­fi­ne­rie in Pro­jek­ten, die eine so weit wie mög­li­che Dekarbonisier­ung von Geschäfts­pro­zes­sen ermög­li­chen wer­den. Wenn heu­te noch die aller­meis­ten Pro­duk­te der Raf­fi­ne­rie aus fos­si­len Ursprün­gen kom­men, so sol­len in der Zukunft nur noch nicht-fos­si­le Grund­stof­fe die Grund­la­ge für den unter­neh­me­ri­schen Erfolg des Unter­neh­mens dar­stel­len. Bei­spiel­ge­bend hat die Raf­fi­ne­rie die Rol­le des Ver­bund­ko­or­di­na­tors im Reallabor WESTKÜSTE100 angenommen.

Mit dem Reallabor ver­fol­gen die zehn im Pro­jekt enga­gier­ten Part­ner den Auf­bau einer Elek­tro­ly­se­an­la­ge zur Spal­tung von Was­ser mit Strom aus erneu­er­ba­ren Quel­len in die Bestand­tei­le Was­ser­stoff und Sauer­stoff sowie die bei der Spal­tung ent­ste­hen­de Abwär­me. Die Abwär­me soll für gewerb­li­che Zwe­cke genutzt wer­den. Der Sauer­stoff wird sei­ne Ver­wen­dung in der Zement­pro­duk­ti­on fin­den, wodurch hoch­rei­nes Koh­len­di­oxid gewon­nen wird. Dar­aus und mit dem vor Ort aus Strom erzeug­tem Was­ser­stoff wird in spä­te­ren Pro­jek­ten auf syn­the­ti­schem Wege zuerst der Alko­hol Metha­nol und dar­auf auf­bau­end syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe für den Straßen‑, Luft- und Schiffs­ver­kehr gewon­nen. Im Pro­jekt WESTKÜSTE100 soll zudem gezeigt wer­den, wie Was­ser­stoff in einem Abschnitt des Gas­net­zes in der Stadt Hei­de dem Erd­gas bei­gemischt wer­den kann, um hier eben­falls zur Wär­me­ver­sor­gung beizutragen.

Nach der Prä­sen­ta­ti­on schloss sich eine Fra­ge­run­de der Aus­schuss­mit­glie­der an. Bei­de Refe­ren­ten beton­ten hier noch­mal die Wich­tig­keit trans­pa­ren­ter Pla­nungs­pro­zes­se zwi­schen Pro­jekt, Gemein­de, Ver­wal­tung und Bür­gern sowie einer tech­no­lo­gie­of­fe­nen Hal­tung zur Gestal­tung der Energiewende.

Mehr Infor­ma­tio­nen zu dem Pro­jekt WESTKÜSTE100 erhal­ten Sie unter www.westkueste100.de

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